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Liebe Gemeinde,

am 24. Juni feiert die Kirche das Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers. Geburtstage sind eine gute Gelegenheit an für uns besonders bedeutende Menschen zu denken. Der Heiligen wird aber in aller Regel an ihren Sterbetagen gedacht, da der Sterbetag für die Heiligen als Geburtstag im Himmel gilt.

Es gibt im Verlauf des Kirchenjahres außer Weihnachten nur zwei Geburtsfeste, welche die Kirche liturgisch feiert: Fest der Geburt der Gottesmutter am 8. September und Geburtsfest von Johannes dem Täufer am 24. Juni. Es macht deutlich, dass diese beiden Heiligen nicht nur außerordentlich groß waren, sondern dass ihre Geburt für das Leben und Heil auch heute lebender Menschen eine besondere Bedeutung hat.

Die Lebensgeschichte des Johannes des Täufers ist uns gut bekannt. Dazu gehören seine Geburt, sein Leben in der Wüste, von ihm durchgeführte Taufen, seine Begegnung mit dem Messias, sowie sein Sterben für die prophetische Wahrheit. Wir nehmen diese Lebensgeschichte als etwas Selbstverständliches wahr. Es wäre dabei gut, uns einmal zu fragen, wie es ihm persönlich bei all diesen Lebensereignissen ging. Wo waren seine Stärken und Schwächen? Was hat er gefühlt? Wie ging es ihm dabei, alleine in der Wüste zu leben oder sich eine lange Zeit am Jordan den Sündern zu widmen oder prophetisch in die Zukunft zu schauen und dabei nicht viel machen zu können? Ist so ein Leben für einen Menschen erträglich? Was hat ihm Kraft und Zuversicht gegeben?

Alles, was wir über das Leben des Johannes des Täufers wissen, bezeugt, dass er immer mit Gott in Verbindung war. In der heutigen Zeit, wo bei vielen Menschen das eigene „Ich“ zum Maßstab des Lebens und des Denkens geworden ist, können wir von Johannes dem Täufer lernen. Er lehrt uns, dass es nicht darauf ankommt, dass wir das tun, was uns gefällt, was wir für richtig halten, sondern, dass für unser Leben viel wichtiger ist schlicht und einfach den Willen Gottes zu erfüllen. Das gibt unserem Leben Kraft und Perspektive. Daran sollen wir uns erinnern, wenn jemand von uns sein Leben als eine Wüste sieht, wenn unsere Umgebung nicht immer angenehm ist oder sich für unsere Botschaften und Erkenntnisse gar nicht interessiert. Johannes gibt uns ein Beispiel zu beten und geduldig auszuharren, auch in den Situationen, an denen Gottes Wille uns widersprüchlich und unverständlich zu sein scheint.

Kaplan Dr. Alexander Krylov

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